Mit völligem Unverständnis und großer Sorge reagiert die Tiroler FPÖ-Verkehrssprecherin und Obfrau der Freiheitlichen Wirtschaft Tirol, LAbg. DI Evelyn Achhorner, auf die aktuellen Berichte über mögliche Einschränkungen beim Schienengüterverkehr in Osttirol und Oberkärnten. Mehrere Unternehmen wurden offenbar telefonisch darüber informiert, dass die ÖBB den personal- und kostenintensiven Einzelwagenverkehr reduzieren oder zumindest während der Wintermonate ab Mitte Dezember einstellen wollen. Eine offizielle Bestätigung einer Umstellung bereits im Dezember liegt zwar noch nicht vor, die Verunsicherung in der Region ist jedoch groß.

„Während die Politik ständig die Stärkung des ländlichen Raumes und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene fordert, droht ausgerechnet Osttirol eine zentrale Infrastruktur genommen zu werden. Das wäre ein wirtschaftspolitischer Skandal sondergleichen und ein Schlag ins Gesicht unserer heimischen Betriebe“, kritisiert Achhorner.

Besonders scharf kritisiert Achhorner den Umgang mit den betroffenen Unternehmen und die Kurzfristigkeit: „Unsere Betriebe kämpfen ohnehin mit enormen Kosten und schwierigen Rahmenbedingungen. Jetzt sollen sie auch noch eine wichtige Transportmöglichkeit verlieren. Gleichzeitig pocht man ständig auf die Schiene, während man offen mehr Lkw auf unsere Straßen zwängt. Für Osttirol wäre das ein schwerer Schlag. Arbeitsplätze und Betriebe dürfen nicht Opfer einer völlig verfehlten Verkehrspolitik und der zunehmenden Vernachlässigung des ländlichen Raumes werden.“

Laut Einschätzungen vor Ort würde eine Einstellung oder deutliche Einschränkung des Einzelwagenverkehrs 50 bis 60 zusätzliche Lkw-Fahrten pro Tag bedeuten. Das Land Tirol fördert diesen Verkehr seit 2024 sogar, ein Umstand, der die aktuellen Überlegungen der ÖBB umso widersprüchlicher macht. Der allgemeine Trend zu Ganzzügen mag betriebswirtschaftlich nachvollziehbar sein, darf aber nicht dazu führen, dass kleinere und mittlere Unternehmen sowie ganze Regionen vom Schienengüterverkehr abgeschnitten werden.

Achhorner fordert daher klare Schritte: „Wo bleibt der Aufschrei der Tiroler Landesregierung? Was unternimmt die Bundesregierung, wenn ein staatliches Unternehmen ganze Regionen vom Schienengüterverkehr abschneiden will? Wir verlangen eine sofortige und transparente Stellungnahme der ÖBB sowie ein entschiedenes Einschreiten von Landes- und Bundesregierung. Die Verlagerung auf die Straße darf nicht die Antwort sein. Verantwortung muss endlich übernommen werden, für die Wirtschaft, die Arbeitsplätze und die Menschen in Osttirol.“